Unter Echsen oder Das Märchen vom gefiederten Kaiser

Die Mozart-Oper „La clemenza di Tito“ feierte gestern Premiere in der Semperoper. Großartige Stimmen (allen voran Anke Vondung und  Amanda Majeski) und ein bestens aufgelegtes Orchester (Staatskapelle unter Tomas Netopil) begeisterten das Publikum, dass am Ende sogar musikantenstadlmäßig rhythmisch klatschte.

In der Inszenierung von Bettina Bruinier kamen die Darsteller als Tiere daher: Der Kaiser als Weißkopfadler, der stark an Karl Lagerfeld erinnerte, Vitellia (Amanda Majeski) als sexy Füchsin, Sesto (Anke Vondung) als tapsiger Hund und der Chor als Echsen. Nebenbei fuhr die Regisseurin allerhand Bühnenzauber auf, so dass  nie Langeweile aufkam. Das ist nicht wirklich zwingend, denn die Geschichte ist ein spannendes politisches Ränkespiel und bedarf eigentlich keinerlei Verfremdung und extra Aktion. Wenn man denn eine wirklich gute Inszenierungsidee hat…

Fazit: Mein Geschmack war es nicht, aber ein Ohrenschmaus ist „La clemenza di Tito“ allemal.

 

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Alcina – Zauberhafte Femme fatale

Sie ist eine weißblonde Femme fatale wie aus dem Bilderbuch: Die Zauberin Alcina verführt die Männer reihenweise und hat über alles in ihrem Reich die absolute Macht.

Die Inszenierung der Barockoper „Alcina“ von Georg Friedrich Händel in der Semperoper begeistert mit einer unglaublichen Sängerriege und einer Inszenierung, die an keiner Stelle Langeweile aufkommen lässt. Weiterlesen

Massenstrip im Kraftwerk

Wenn der Chef die Ehefrau seines Beraters liebt, sind Schwierigkeiten vorprogrammiert. Vor allem, wenn der betrogene Ehemann den beiden auf die Schliche kommt. Ein Mord aus Eifersucht ist dann die krasseste Lösung des Konflikts, kommt aber durchaus immer wieder vor.

So dramatisch, spannend und leidenschaftlich ist auch die Geschichte in Giuseppe Verdis „Un ballo in maschera“ – Ein Maskenball“. In der Semperoper feierte das Werk unter der Regie von Elisabeth Stöppler Premiere und steht auch im Februar wieder auf dem Spielplan. Weiterlesen