Jan Vogler: „Zum Üben lasse ich mich einschließen“

Der Star-Cellist Jan Vogler wurde bereits 1984 als Zwanzigjähriger erster Konzertmeister Violoncello der Staatskapelle Dresden. 1997 begann er seine Solokarriere. Die New York Times bewunderte Jan Voglers „lyrisches Gespür“,  die Frankfurter Allgemeine Zeitung attestiert ihm die Gabe, „sein Cello wie eine Singstimme sprechen lassen zu können“. Als Solist ist er auf allen großen Bühnen der Welt zuhause und musiziert mit Weltklassekünstlern oder mit renommierten Klangkörpern.  Jan Vogler ist Künstlerischer Leiter des Moritzburg Festivals bei Dresden und seit Oktober 2008 auch Intendant der Dresdner Musikfestspiele und lebt mit seiner Frau Mira Wang und zwei Töchtern in Dresden und New York. Claudia Homberg interviewte Jan Vogler für die „Disy“.

 

Sie leben in Dresden und New York. Unterschiedlicher können zwei Standorte kaum sein, könnte man meinen….

Ja, das stimmt. New York ist natürlich eine sehr energetische Stadt, hat aber ebenfalls sehr schöne, romantische Ecken. Ich liebe es zum Beispiel, am Hudson River Rad zu fahren. In Dresden gibt es diese herrlichen historischen Orte und die gewachsene Kultur. Aber, tatsächlich, die Menschen sind überall Menschen, haben die gleichen Wünsche, Sorgen und Nöte.

Wie schaffen Sie den schwierigen Spagat zwischen Musiker und Intendant?

Beide Jobs befruchten sich gegenseitig. Bei den Musikfestspielen ist es mein Ziel ein guter Gastgeber zu sein und den Künstler-Kollegen auf Augenhöhe zu begegnen. Das kann ich umso überzeugender tun, wenn ich auch beim Festival selbst als Solist aktiv bin. Ich gebe rund 80 Konzerte im Jahr, das ist das normale Pensum eines Solisten. Zugegeben, es ist viel Arbeit, aber die Festspiele geben mir die nötige Bodenhaftung und erinnern mich immer wieder daran worauf es beim Spielen von Konzerten wirklich ankommt. Es ist eine sehr lebendige Arbeit, die mich stark mit dem Publikum verbindet. Allerdings ist mir meine Zeit zum Üben heilig, das wissen auch meine Mitarbeiter. Am liebsten lasse ich mich dazu im Palais im Großen Garten einschließen, ein wunderbarer Ort. Nach 2-3 kreativen Stunden mit meinem Cello dort lassen sich viele Probleme viel einfacher lösen oder schwierige Dinge neu in Angriff nehmen.

Welche Bedeutung hat ihr Cello für Sie?

Ich habe zwei unglaublich tolle Partner: Eine Stradivari-Cello von 1707 und eines von Domenico Montagnana von 1721. Beide haben ihre ganz eigenen Stärken und Klangfarben, so dass ich je nach Repertoire wählen kann. Wenn ich fliege, „sitzt“ mein Instrument neben mir, ich buche immer einen extra Platz für das Cello.

Die ausführliche Fassung des Interviews können Sie in der September-Ausgabe der „Disy“ lesen und dann auch hier.

 http://www.moritzburgfestival.de

http://www.musikfestspiele.com

 

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Triumph in Barock

Mit frenetischem Applaus, Getrampel und Standing Ovations feierte das Publikum die Premiere des Dresdner Festspielorchesters in der Semperoper. Die allesamt hochkarätigen Musiker spielten federnd, mitreißend und voller Esprit unter der Leitung von Ivor Bolton.

Das beschwingte Programm (Naumann, Friedemann Bach, Haydn, Mozart und Beethoven) wurde durch die perlenden und weichen Kolloraturen von Danielle de Niese ergänzt. Konzertmeister Guliano Carmignola glänzte auch als charismatischer Solist. Ein wirklich gelungener Auftakt für ein solches Ensemble.

Donauklänge an der Elbe

Und es geht weiter bei den Dresdner Musikfestspielen: Mit Ingo Metzmacher am Pult der Tschechischen Philharmonie verzauberten gestern Abend „Donauklänge“ das Publikum. Mit beeindruckender Präzision und großer Klarheit erklangen Werke von Janáček, Schönberg und Dvořák. Im Klavierkonzert von Dvořák begeisterte der junge deutsche Starpianist Martin Stadtfeld. Er entlockte dem Flügel überirdisch schöne Töne und das Publikum entließ ihn erst nach einer berückenden Zugabe von Johann Sebastian Bach.

 

All you can hear

Es ist nicht mehr lang: Ab dem 15. Mai eröffnen die 35. Dresdner Musikfestspiele mit vielen musikalischen Höhepunkten. Und einer der ganz besonderen Momente wird es sein, wenn am 26. Mai bei »All you can hear« die Messe Dresden für über 200 Musiker zur Bühne wird, um mit einem opulenten Programm die Hallen in ein Festspielhaus zu verwandeln. Mi dabei: Das MDR Sinfonieorchester und das Baltic Youth Philharmonic unter der Leitung von Kristjan Järvi. Bereits am 18. Mai wird die Messe Dresden erfüllt sein von quirligem Treiben, mitreißenden Klängen und knisternder Spannung: Beim fulminanten Finale des Tanzprojekts »Let’s Dance!« mit über 100 Dresdner Schülerinnen und Schülern.