David war da!

Auf Promo-Tour für sein Leinwanddebüt in Bernard Roses Film „Der Teufelsgeiger“ machte Rock-Geiger David Garrett auch Stopp in Dresden. Für seine Fans zeigte er sich im Ufa-Kristall bestens gelaunt und geduldig, pinselte unermüdlich Autogramme auf Plakate, Handys und sogar auf Geigen (!). Vor dem Filmstart beantwortete er noch brav die Fragen von Moderatorin Maira Rothe, fiedelte fröhlich etwas Paganini. Klassik-Puristen mochte das Herz bluten ob der verstärkten Stradivari-Klänge – inspiriert tönte das auch nicht gerade. Doch seine Fans lieben seine unkomplizierte Art und legen auf Nuancen in der Interpretation seiner Werke nicht so viel Wert. Dann stellte sich David der Presse – und wirkte gleich deutlich mehr auf der Hut. Kein Wunder: Sind die Granden des Feuilletons ihm nicht immer zugeneigt. Highlight bei diesem Filmprojekt sei für ihn das Komponieren der Filmmusik gewesen, befand er und für seinen Ausflug ins Filmbusiness hatte er immerhin einen Coach. Das größte Gut in seinem Leben sei für ihn Zeit und zur Ruhe zwischen PR-Terminen und Konzertreisen käme er aber weder durch Yoga noch durch Meditation, sondern einfach dadurch, immer mal wieder die Bremse zu ziehen. Aha. 

 

Advertisements

Jan Vogler: „Zum Üben lasse ich mich einschließen“

Der Star-Cellist Jan Vogler wurde bereits 1984 als Zwanzigjähriger erster Konzertmeister Violoncello der Staatskapelle Dresden. 1997 begann er seine Solokarriere. Die New York Times bewunderte Jan Voglers „lyrisches Gespür“,  die Frankfurter Allgemeine Zeitung attestiert ihm die Gabe, „sein Cello wie eine Singstimme sprechen lassen zu können“. Als Solist ist er auf allen großen Bühnen der Welt zuhause und musiziert mit Weltklassekünstlern oder mit renommierten Klangkörpern.  Jan Vogler ist Künstlerischer Leiter des Moritzburg Festivals bei Dresden und seit Oktober 2008 auch Intendant der Dresdner Musikfestspiele und lebt mit seiner Frau Mira Wang und zwei Töchtern in Dresden und New York. Claudia Homberg interviewte Jan Vogler für die „Disy“.

 

Sie leben in Dresden und New York. Unterschiedlicher können zwei Standorte kaum sein, könnte man meinen….

Ja, das stimmt. New York ist natürlich eine sehr energetische Stadt, hat aber ebenfalls sehr schöne, romantische Ecken. Ich liebe es zum Beispiel, am Hudson River Rad zu fahren. In Dresden gibt es diese herrlichen historischen Orte und die gewachsene Kultur. Aber, tatsächlich, die Menschen sind überall Menschen, haben die gleichen Wünsche, Sorgen und Nöte.

Wie schaffen Sie den schwierigen Spagat zwischen Musiker und Intendant?

Beide Jobs befruchten sich gegenseitig. Bei den Musikfestspielen ist es mein Ziel ein guter Gastgeber zu sein und den Künstler-Kollegen auf Augenhöhe zu begegnen. Das kann ich umso überzeugender tun, wenn ich auch beim Festival selbst als Solist aktiv bin. Ich gebe rund 80 Konzerte im Jahr, das ist das normale Pensum eines Solisten. Zugegeben, es ist viel Arbeit, aber die Festspiele geben mir die nötige Bodenhaftung und erinnern mich immer wieder daran worauf es beim Spielen von Konzerten wirklich ankommt. Es ist eine sehr lebendige Arbeit, die mich stark mit dem Publikum verbindet. Allerdings ist mir meine Zeit zum Üben heilig, das wissen auch meine Mitarbeiter. Am liebsten lasse ich mich dazu im Palais im Großen Garten einschließen, ein wunderbarer Ort. Nach 2-3 kreativen Stunden mit meinem Cello dort lassen sich viele Probleme viel einfacher lösen oder schwierige Dinge neu in Angriff nehmen.

Welche Bedeutung hat ihr Cello für Sie?

Ich habe zwei unglaublich tolle Partner: Eine Stradivari-Cello von 1707 und eines von Domenico Montagnana von 1721. Beide haben ihre ganz eigenen Stärken und Klangfarben, so dass ich je nach Repertoire wählen kann. Wenn ich fliege, „sitzt“ mein Instrument neben mir, ich buche immer einen extra Platz für das Cello.

Die ausführliche Fassung des Interviews können Sie in der September-Ausgabe der „Disy“ lesen und dann auch hier.

 http://www.moritzburgfestival.de

http://www.musikfestspiele.com

 

Ulrike Hessler ist tot

Sie wollte sinnliches, musikalisches Theater, Dialog mit dem Publikum, höchstes Niveau auf allen Ebenen. Sie erneuerte, stritt und kämpfte für den traditionsreichen Musentempel an der Elbe: Ulrike Hessler hatte für ihre Intendanz an der Sächsischen Staatsoper Dresden nur zwei Jahre und schaffte es dennoch, der Semperoper in allen Bereichen neue, wichtige Impulse zu geben. Den Kampf um ihre Gesundheit, gegen eine heimtückische und schwere Krankheit, verlor sie jedoch. Die erste Intendantin der Semperoper Dresden, Ulrike Hessler, starb mit nur 57 Jahren am Montagmorgen in München an den Folgen ihrer schweren Krebserkrankung, teilte das sächsische Kunstministerium mit. Möge ihre kraftvolle Vision von der Kunst in Dresden weiterleben!

Greg Pattillos Project Trio: Abgefahren und virtuos

So haben Sie Tschaikowsy, Prokofjew oder Bach garantiert noch nie gehört: Die drei Amerikaner Greg Pattillo, Eric Stephenson und Peter Seymour aus New York vom Projekt Trio sind besessen von Musik. Mit Querflöte, Kontrabass und Cello legen die drei klassisch ausgebildeten Musiker los und machen vor nichts Halt. Ihr „Peter and the wolf“ spielt in Brooklyn und die Klänge sind wild, rhythmisch und schräg, dass man sofort schmunzeln muss. Bei ihrem gestrigen Sonderkonzert der   „Jazztage Dresden“ in der „Villa Salzburg“ rissen sie ihr Publikum zu frenetischem Applaus hin. Pattillo imitiert mit Mund, Atmung und Stimme Schlagzeug oder Drumcomputer und beherrscht gleichzeitig  „normales“ Flötenspiel. Man muss die drei erlebt haben, so energetisch, virtuos, mitreißend und witzig präsentieren sie ihre Musik, dass es die wahre Freude ist. Heute hat Tom Pauls die drei nach Pirna eingeladen. Unbedingt hingehen!!!! 8. Juli, 20 Uhr, Tom Pauls Theater Pirna, Am Markt 3, Pirna, Eintritt: ab 21 Euro. 

Spielplan Tom Pauls Theater Pirna

Website Project Trio

Jazztage Dresden

All you can hear

Es ist nicht mehr lang: Ab dem 15. Mai eröffnen die 35. Dresdner Musikfestspiele mit vielen musikalischen Höhepunkten. Und einer der ganz besonderen Momente wird es sein, wenn am 26. Mai bei »All you can hear« die Messe Dresden für über 200 Musiker zur Bühne wird, um mit einem opulenten Programm die Hallen in ein Festspielhaus zu verwandeln. Mi dabei: Das MDR Sinfonieorchester und das Baltic Youth Philharmonic unter der Leitung von Kristjan Järvi. Bereits am 18. Mai wird die Messe Dresden erfüllt sein von quirligem Treiben, mitreißenden Klängen und knisternder Spannung: Beim fulminanten Finale des Tanzprojekts »Let’s Dance!« mit über 100 Dresdner Schülerinnen und Schülern.

Woody Allen meets Gaddafi

„Pariser Leben“ feierte in der Staatsoperette Leuben Premiere und ließ die Funken sprühen. Ein spielfreudiges Ensemble, die spritzige Musik von Jacques Offenbach und schwungvolle Tanzeinlagen bescheren den Operetten-Fans einen kurzeiligen Abend. Die vielfältigen Verkleidungen und Verwicklungen in dem flotten Verwechslungsspiel tun ein Übriges.Wer genauer hinsieht, entdeckt hinreißende Persiflagen auf Napoleon, Woody Allen, Gaddafi, Mae West oder „Dinner for one“. Die ausführliche Kritik erscheint in der März-Ausgabe der Disy und dann auch hier.

Sally bleibt blass

Es ist ein Stück, bei dem einem das Lachen im Halse stecken bleibt: „Cabaret“, das weltberühmte Musical, feierte in der Staatsoperette Premiere.

Gleich zwei zarte Liebesgeschichten entspinnen sich hier vor dem Hintergrund des aufmarschierenden Nationalsozialismus in Berlin 1930: Die Nachtclub Sängerin Sally Bowles verliebt sich in den armen amerikanischen Schriftsteller Cliff Bradshaw, das altjüngferliche Fräulein Schneider in den bescheidenen jüdischen Obsthändler Schultz. Weiterlesen