Dornröschen: Sex mit einem Frosch

Das hätten sich die Gebrüder Grimm nicht träumen lassen: Ballettchef Reiner Feistel hat das Grimm´sche Hausmärchen tüchtig abgestaubt und für die Compagnie der Landesbühnen Sachsen in Radebeul inszeniert.

Die Geschichte wird hier ein bisschen anders erzählt: Königin und König wünschen sich nichts mehr als ein Baby. Sehnsüchtig schaut die Herrscherin in jeden Kinderwagen, der an ihr vorbeigeschoben wird. Doch ihr Mann ist sehr beschäftigt, so dass schon die bloße Gelegenheit fehlt, Nachwuchs zu zeugen. Nach einem wunderlichen Sex-Vergnügen mit einem gritzegrünen Frosch in der Badewanne jedoch entdeckt die Königin ihre Erotik neu und auch ihr Mann sieht sie plötzlich mit anderen Augen. Eine Schwangerschaft ist die Folge der wiederentdeckten Liebe. Mit viel Liebe zum Detail hat Reiner Feistel inszeniert und choreografiert. Ein einfaches, wandelbares Bühnenbild unterstützt die Geschichte dabei sehr gelungen.  Alles in allem ein anregender, kurzweiliger Ballettabend, der das begeisterte Premieren-Publikum zu lebhaften Gesprächen anregt.

Weitere Vorstellungen: 8.4., 19 Uhr, 13.4., 19.30 Uhr, 6.5., 19.30 Uhr und am 28.5., 19 Uhr. Landesbühnen Sachsen, Meißner Str. 152, Radebeul.

Claudia Homberg

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Ballettpremiere: Berührende Augenblicke der Hingabe

Premiere für den dreiteiligen „William Forsythe Ballettabend“ in der Semperoper: Den schönen Auftakt zur Einstimmung macht die „Artifact Suite“, die bereits im Repertoire des Semperopern Balletts zu sehen war.

Eine echte Premiere ist dann die „Neue Suite“ mit verschiedenen Pas de deux, die die Facetten inniger Zweisamkeit auf die Bühne bringen. Die Paare umschlingen sich, berühren sich, halten sich, verschmelzen in intimer Vertrautheit zu beinahe heiligen Momenten der Liebe. Wie lebendig gewordene Statuen zelebrieren sie den Augenblick ihres Miteinanders, mal zart, mal leidenschaftlich. Voller Hingabe und Achtsamkeit gehen sie ein Stück ihres Weges miteinander, der kein Anfang und kein Ende zu haben scheint. Die Paare geben sich ihrem Tanz in Abgeschiedenheit von der Außenwelt hin, jenseits von Konventionen, Verpflichtungen und Zwängen, sich selbst völlig genug und die Zuschauer fühlen sich so, als seien sie zufällige, illegitime Zeugen des liebevollen Tanzes. Hinreißend, berührend ist dieser Teil, der das Publikum noch minutenlang still verweilen lässt, als der Vorhang schon gefallen ist.

Den atemberaubenden Abschluss macht dann die bekannte Choreografie „Enemy in the figure“. Pulsierend, getrieben und kreiselnd geben sich die Tänzer dem Rhythmus der Musik hin. Ein energetisierendes, treibendes und spannendes Stück, in der die hervorragenden Tänzerinnen und Tänzer wieder einmal die ganze Bandbreite ihres Könnens zeigen. Ein großartiger Abend, an dem das internationale Ballettpublikum jubelnd und begeistert applaudiert.

Spitzentanz aus der Schmuckschatulle

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„Diamonds Are A Girl´s Best Friend“ hauchte schon Marilyn Monroe 1953 in dem Hollywood-Streifen „Blondinen bevorzugt“, „Diamanten sind die besten Freunde einer Frau“. Wohl war.

Dass ein Ballett-Abend ebenso glänzen kann, wie die Auslagen der berühmten Juweliere in der 5th Avenue in Manhattan bewies der große Ballettschöpfer Georges Balanchine. „Juwelen“ war sein erstes abendfüllendes abstraktes Ballettstück und bei der Uraufführung 1967 in New York wurde es begeistert gefeiert.

Jetzt sind die „Juwelen“ auch in Dresden zu sehen. Getanzt vom Semperoper Ballett sind sie ebenso funkelnd und strahlend wie Edelsteine. Weiterlesen

Lampenfieber für Coppélia

Bevor sich der Vorhang in der Semperoper für das Ballett „Coppélia“ hebt, klopfen hinter der Bühne 25 kleine Herzen besonders laut: Die Schülerinnen der „Palucca Hochschule für Tanz Dresden“ stehen in zarten rosa Tutus bereit für ihren großen Auftritt. Sie wurden ausgewählt, die „großen“ Tänzerinnen und Tänzer des Semperopern Balletts zu unterstützen.

Seit August, mit Beginn des Schuljahres, haben die kleinen Tänzerinnen zwischen 11 und 15 neben ihrem üblichen Pensum auch noch die Proben am Opernhaus zu bewältigen. „Einmal ging die Ankleideprobe sogar bis um 22 Uhr“ , erinnert sich  Isabella (13) aus Radeberg, Palucca-Schülerin der 8. Klasse, stolz. Weiterlesen