Ein Fest der Stimmen

Wer auf gesangliche Glanzleistungen steht, auf musikalische Leckerbissen auf höchstem Niveau, der kam bei der Premiere von „Arabella“ in der Semperoper voll auf seine Kosten. Hier hob sich der Vorhang für die Richard-Strauss-Oper unter der Regie von Florentine Klepper. Am Pult der Staatskapelle Christian Thielemann persönlich, der wie kein Zweiter den Sängern den musikalischen „roten Teppich“ ausrollte und den Opernabend zu einem unvergesslichen Erlebnis erhob.
Anja Harteros ist ein Glücksfall in dieser Partie: Ihr mädchenhafter Charme ist gepaart mit großer stimmlicher Ausdruckskraft und einmaliger Bühnenpräsenz – ein Genuss! Ihr zur Seite stand Thomas Hampson als Mandryka. Sein edler Bariton, seine darstellerische Kraft – die beiden waren ein Traumpaar.
Die Inszenierung, ganz ehrlich, reißt mich nicht vom Stuhl. Brav, ohne große Überraschungen, rollt die Zimmerflucht der Hotelsuite von Arabellas Familie (Bühnenbild: Martina Segna) hin und her. Sagen wir so: die Inszenierung störte nicht weiter und unterstützte die Musik und die Handlung, eröffnete jedoch keine neuen Perspektiven auf den Stoff. Konservativere Gemüter sind sicherlich glücklich mit der Regie.
Fazit: in jedem Fall eine Empfehlung – leider steht die Oper in dieser Spielzeit nicht mehr auf dem Plan. Schade eigentlich.

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Tödliche Dreiecksgeschichte in Radebeul

König Gustav liebt die Frau seines besten Freundes und stürzt die Geliebte damit ins Unglück. Als die Affäre auffliegt, schwört sein Freund Rache – und der König wird Opfer einer Verschwörung, ganz so, wie es ihm die hellsichtige Ulrica prophezeit hat. Kein Zweifel: Verdis „Maskenball“ gehört zu den mitreißendsten und dramatischsten Werke der Opernliteratur.
An den Landesbühnen Sachsen in Radebeul steht das Stück jetzt auf dem Spielplan, in einer Inszenierung von Sebastian Ritschel.
Kaum jemand kann sich der Dramatik des Werkes entziehen und der mitreißenden Kraft der Musik Verdis.
Die Inszenierung in Radebeul ist ordentlich: der Fokus liegt hier in der Konstellation der komplexen Liebesgeschichte. Das Bühnenbild (Ausstattung: Barbara Blaschke) ist schlicht und modern, lässt Raum für die spannende Handlung. Einiges empfand ich als zuviel, auf dem Galgenberg braucht es nun wirklich keine baumelnde Leiche und auch das schnell wechselnde, farbige Licht mutete eher wie Disko an.
Ein Highlight in Radebeul ist sicher Paul Gukhoe Song, der die Partie des Grafen von Ankarström mit strahlender, kraft- und ausdrucksstarker Stimme gestaltete. Stephanie Krones Sopran lässt in den Höhen etwas Wärme vermissen, Tenor Christian S. Malchow erschien nicht ganz sicher in der Technik. Auch im Orchester lief noch nicht alles rund – vielleicht war es der Premierenaufregung geschuldet.
Sei’s drum: Verdis „Maskenball“ ist immer einen Theaterbesuch Wert und die Radebeuler Inszenierung kann sich durchaus sehen lassen.