Kennen Sie Ladinisch????

Gitarre, Geigen und Gesang: Drei hübsche junge Damen aus dem „Ladinischen Tal“, bekannt aus der Band von Hubert von Goisern, haben sich emanzipiert.

„Ganes“ (und das spricht man genauso aus, wie man es schreibt) nennt sich das muntere Damen-Poptrio aus Südtirol in Norditalien. Der Bandname geht dabei auf mythologische Wassernixen zurück Die Texte sind in der alten Sprache Ladinisch und verstehen kann man sie eigentlich nicht. Foto ganesDas macht aber nichts, denn die Botschaften kommen auch so gut rüber, die Musik ist virtuos, der Rhythmus mitreißend und die Mädels charmant.

Das Songwriterinnen-Trio liefert seinen Fans urbane Beats zwischen Tradition und Moderne. Die elf neuen Lieder („Lalala“) der Schwestern Elisabeth und Marlene Schuen und ihrer Cousine Maria Moling erklingen jetzt, mit Stimmen so klar wie die Luft im Hochgebirge, in der Tonne. Nicht verpassen!

16. Februar, 20 Uhr, Jazzclub Tonne, Königstraße 15, Eintritt: 25 Euro.

 

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Sardinen, einstürzende Bühnenbauten und das blanke Chaos

Wir haben es ja schon immer geahnt: Im Theater ist nur Gold, was auf der Bühne glänzt. Dahinter tobt das blanke Chaos. Oder: „Der nackte Wahnsinn“. Diese temporeiche, gewitzte Komödie von Michael Frayn nimmt eitle Regisseure, intrigante Schauspieler und den kompletten Theaterbetrieb gehörig auf die Schippe und ist doch eine herzerfrischende Liebeserklärung an die Bretter, die die Welt bedeuten. Die Premiere der schrägen Farce an den Landesbühnen Sachsen wurde vom Publikum mit euphorischem Beifall gefeiert.

Die Story: Die Truppe um den Regisseur Lloyd Dallas steht kurz vor der Premiere, aber die Inszenierung ist noch längst nicht da, wo sie sein sollte. Um die Boulevardkomödie „Die nackten Tatsachen“ so leicht und beschwingt zeigen zu können, dass sie dem breiten Publikum gefällt, muss jeder Handgriff und jedes Timing perfekt sitzen. Aber die Darsteller verpassen ihre Auftritte und vergessen ihre Texte, Türen klemmen und Requisiten fehlen. Zwischen allen bricht ein von Eifersucht, Geltungsdrang und schierer Unfähigkeit getriebener Kleinkrieg aus, der sich für keine Gemeinheit zu niedrig ist.

Dem Zuschauer wird das Geschehen in drei Etappen vorgeführt. Zu sehen bekommt er dabei nur den ersten Akt des aufzuführenden Stücks, diesen aber drei Mal aus jeweils verschiedenen Perspektiven. Dabei wird die Truppe immer desolater: galt es zunächst noch, den schönen Schein der Theaterwelt aufrecht zu halten, wird im letzten Teil – Monate nach der Premiere – mit allen Mitteln gegeneinander gekämpft. Schauspieler versuchen sich gegenseitig auszubooten, Inspizienten kämpfen gegen Assistenten, der Regisseur dreht durch und den Überblick haben alle schon längst verloren.

Hinreißend amüsant für das Publikum ist der rasante Verfall des guten Benehmens und der gesamten Szenerie: Während anfangs der charismatisch-eitle Regisseur (Matthias Henkel) noch gottgleich aus dem Zuschauerraum das Geschehen dirigiert, verstrickt auch er sich immer tiefer in allzu Menschliches. Selbst das Bühnenbild (Ausstattung: Ella Späte) fällt nach und nach aus den Angeln. Running Gags am laufenden Band lassen das Publikum schon brüllen, bevor irgendetwas passiert, beispielsweise wenn der lebende Blondinenwitz Brooke (Sophie Lüpfert)  mal wieder ihre Kontaktlinsen sucht oder Dotty (Anke Teickner) zum hundertsten Mal die Sardinen vergessen hat.

Die mit vielen Gags gespickte Inszenierung von Stefan Wolfram setzt auf ein lustvoll agierendes, perfekt choreographiertes Ensemble und die Rechnung geht auf. Wie die Radebeuler das dargestellte Chaos beherrschen und temporeich und sprühend spielen, dass die Wände wackeln, ist durchweg hinreißend. „Der nackte Wahnsinn“ ist ein gelungener Theaterspaß von höchstem Unterhaltungswert, der die Zuschauer von Lachsalven geschüttelt erschöpft in den Abend entlässt.

Nächste Vorstellungen: 3.2., 19 Uhr, 21.02., 19.30 Uhr; 21.3., 19.30 Uhr, Landesbühnen Sachsen Radebeul, Meißner Str. 152.