Rocky Horror in Leuben

Halten Sie Reis, Wasserpistolen, Zeitungen, Klorollen und Strapse bereit: Die „Rocky Hooror Show“ gelangt in Dresden wieder auf die Bühne. Diesmal in der Staatsoperette in Leuben. Die Story ist mehr als schräg: Nach einer Reifenpanne gelangt das spießige Pärchen Brad und Janet in das düstere Schloss von Frank n´Furter. Der „sweet Transvestite“  feiert hier mit seinem schrägen Gefolge die Erschaffung eines perfekten Geschöpfes. Für Brad und Janet wird es die aufregendste Reise ihres Lebens….Ihren besonderen Charme bezieht die „Rocky Horror Show“, mit der Komponist und Texter Richard O’Brien weltberühmt wurde, aus der gelungenen Parodie zweitklassiger Science Fiction- und Horror-Streifen. Die Verfilmung mit Tim Curry und Meat Loaf wurde zum absoluten Kult. An der Staatsoperette inszeniert Winfried Schneider die abgefahrene Story mit Lars Redlich als Frank´n´Furter, Femke Soetanga, Marcus Günzel, Olivia Delauré, Gerd Wiemer, Dietrich SEydlitz, Bryan Rothfuss, Oliver Arno und Falkenberg in der Rolle des legendären Eddie.

Premiere am 22. Juni, 19.30 Uhr, weitere Vorstellungen am 23., 24., 26., 27. und 29. Juni, jeweils 19.30 Uhr, Staatsoperette Leuben, Pirnaer Landstraße 151, Eintritt: 10 bis 27 Euro.

 

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Die Dresdner Malerin Christine Schlegel: „Ich werde malen, bis ich nicht mehr kann“

Versteckte Geschöpfe zwischen Obstbäumen und Kräutern, ein schmiedeeiserner Pavillon im Gras und der Blick bis weit über die Elbe: Das Zuhause der Malerin Christine Schlegel in Hosterwitz ist verwunschen und inspirierend zugleich.

An der Haustür begrüßt Mischlingshündin Alma die Besucher: „Der Hund kommt aus dem Tierheim und ist etwas verrückt, aber freundlich. Aber es wird noch mit ihr,“ lacht die Künstlerin und kocht einen Tee. In der Küche stapelt sich farbenprächtige Keramik, vor dem Fenster sind verschiedene Glasobjekte sorgsam nach Farbfamilien geordnet. Das Tageslicht bringt Vasen, Kerzenhalter und Glaskugeln zart zum Leuchten.

„Schon als Kind habe ich Farben geliebt. Mein Vater war Maler und Gebrauchsgrafiker und ich bin mit den Farben aufgewachsen.“ Für Laien klingen schon die Namen dieser Töne exotisch und fremd. Und Christine Schlegel nimmt es genau: „Im Lexikon steht, dass Caput mortuum Englischrot ist. Aber Caput mortuum ist bläulicher. Ich liebe auch Krapplack, Deckgrün, die dunklen Töne von Preußisch Blau. Auch Cadmiumgelb ist etwas Wunderbares,“ schwärmt sie.

 

 

 

 

Ein leuchtend gelbes, riesiges Collagenbild schmückt die Wand in ihrem Wohnzimmer. Ihr kleines 1 ½ jähriges Enkelsöhnchen Friedrich sitzt gerne davor und betrachtet es gründlich. „Das scheint er von mir zu haben, diese Blickbegabung“, lacht die Malerin.

Christine Schlegel gehört zu den bekanntesten Dresdner Malerinnen. Sie wurde 1950 in Crossen geboren. Nach einem Studium der Malerei in den 70er Jahren in Dresden und einer ersten Berufstätigkeit als Künstlerin übersiedelte sie 1986 nach West-Berlin,. Weder die staatlich verordnete geistige Enge noch der sozialistische Realismus konnten sie an der DDR überzeugen. „Ich war nie besonders anpassungsfähig. Das war schon als Kind so. Ich kann nicht eingeengt leben.“

In Berlin angekommen arbeitete Christine Schlegel als Malerin und Filmemacherin. Nach dem Fall der Mauer kehrte sie zurück nach Dresden und schuf sich in dem ehemaligen Wochenendhaus der Eltern in Hosterwitz ein neues künstlerisches Refugium.

Von ihren Reisen durch die Welt (Mexiko, Kalifornien, Puerto Rico, Griechenland, Spanien, Italien, Israel) brachte sie die Farben und die Inspiration mit nach Hause, nicht jedoch, ohne ihre eigene Kunst auch in die Welt hinaus zu bringen.

Die so charakteristischen Bilder für Christine Schlegel entstanden am Anfang aus Collagen. Fundstücke, aus Zeitungen, Zeitschriften herausgerissen oder Fotos klebte sie zu collagenartigen Bildern, die sie dann in Ölbilder umsetzte.“

„Heute habe ich die Collagen nur noch in meinem Kopf und male gleich los,“ erklärt sie. „Das Spannende für mich bei meiner Arbeit ist dann, wahrzunehmen, wie mein Unterbewusstsein mitarbeitet und Dinge entstehen lässt, aus Eindrücken, die ich manchmal sogar schon fast vergessen hatte.“ In ihren Bildern findet sich deshalb oft die Absurdität, das Skurrile. „Ich arbeite mit der Methode des Surrealismus. Das eigentliche Abenteuer ist die Beziehung zwischen den Dingen, die auf meinen Werken zu finden sind“.

Ein Junge mit Schiff, tief im Wasser watend, eine Katze mit einer gelben Handtasche, eine Frau, lang ausgestreckt liegend mit einem Hündchen in einer Box.

Es vergehen oft Wochen nach Fertigstellung des Kunstwerks, bis die Malerin dann einen Titel für ihr Bild findet. „Der Titel, das ist dann das i-Tüpfelchen.“

Christine Schlegel arbeitet mit Ölfarben. Der Betrachter wird sofort von Leuchtkraft und Intensität der in den Bann gezogen.

„Ölfarben sind für mich das Beste. Schon der Geruch – wunderbar. Ölbilder haben etwas von Ewigkeit,“ findet die Künstlerin.

„Mir fehlt es nie an Ideen. Die Absurdität ist im Leben ja bereits vorhanden, ich brauche es nur auf die Leinwand zu bringen“, lacht sie.

Niemals hätte sie sich einen anderen Beruf vorstellen können. Aber es gab auch harte Zeiten:

„Ich hab Dekorateurin bei der HO gelernt, da habe ich jeden Abend geheult.“

Um diese Zeit zu überstehen, nahm sie abends an einem Zeichenzirkel teil. „Wir malten ein Brettchen, ein Messer und eine Zwiebel aus allen möglichen Perspektiven. Ich sehe es noch genau vor mir. In diesen Zeichenstunden aber war ich glücklich,“ erinnert sie sich.

Nach der Lehrzeit konnte sie sich endlich vollständig der Kunst widmen.

„Ich hatte großes Glück, denn ich konnte immer von meiner Kunst leben.“

Christine Schlegel hält die Kreativität für die Wichtigste Fähigkeit der Menschen. „Sie sichert uns unser Überleben und unterscheidet uns vom Tier.“

Und auch, wenn ihre künstlerischen Ausflüge in die Welt der Keramik, der Filme und der Grafik vorerst beendet sind, die Malerei bleibt in ihrem Leben das Wichtigste:

„Ich werde Bilder malen, bis ich nicht mehr kann.“

Tipp:

Ab dem 12. Juli 2012 zeigt die Galerie Kühl eine Ausstellung der Werke von Christine Schlegel . Galerie Kunstausstellung Kühl, Nordstraße 5, 01099 Dresden, Telefon 0351-8045588. Öffnungszeiten: Dienstag – Donnerstag 11 – 18 Uhr, Freitag 11 – 19 Uhr, Sonnabend 10 – 14 Uhr

 

Musikfestspiele: Furioses Finale

Großartig: Mit einem Konzert in der Kreuzkirche mit der Filarmonica della Scala und Christine Schäfer unter Daniel Harding feierten die 35. Dresdner Musikfestspiele heute Abend ihr Fnale.

Mit stolzen 94 Prozent Auslastung und Erlösen von 821.000 €  konnten 2012 die höchsten Einnahmen in der Geschichte des Festivals überhaupt erzielt werden.
Das Résumé von Festspiel-Intendant Jan Vogler: »Mit außergewöhnlich großer Energie und Inspiration präsentierten sich in diesem Jahr die hervorragenden Solisten, Ensembles und namhaften Orchester. Die musikalische Dichte und Qualität der Aufführungen schuf im Dialog mit dem wunderbaren Publikum jene Festivalatmosphäre die noch lange in den Herzen der Zuhörer nachklingen wird.«

Fast drei Wochen lang konnten sich Musikfreunde aus aller Welt an der Qualität der Vorstellungen und der einzigartigen Atmosphäre berauschen. Solch eine Masse an hochkarätigen Veranstaltungen machten die Auswahl schwer, denn zerteilen kann man sich bekanntlich nicht. Sicher sind auch mir einige Highlights entgangen, aber zu meinen persönlichen Favoriten gehörte das Auftaktkonzert mit Ray Chen und dem Curtis Symphony Orchestra aus Philadelphia unter Roberto Spano im Eröffnungskonzert, der Auftritt der Filarmonica della Scala unter Daniel Harding und die Premiere des Dresdner Festspielorchesters. Alles in allem: Ein berauschendes Fest der Musik mit einzigartigem Flair.

 


Kinotipp: Schneewittchen als Jeanne D`Arc

Nach soviel Hochkultur bei den Dresdner Musikfestspielen musste am Samstag Kultur-Fast-Food her: Wer das schaurig-schöne Gruseln beim Erleben von Märchen in seiner Kindheit mochte, wird wie ich bei „Snow White and the huntsman“ seine Freude haben. Düster kommt der Fantasy-Knaller mit Charlize Theron, Kristen Stewart und Chris Hemsworth daher. Rupert Sanders bietet in seinem Spielfilmdebüt einige beeindruckende Szenen. Keine tiefgründige Märchenadaption á la „Red Riding Hood“, aber auf alle Fälle nettes Kinovergnügen. Der bezaubernde Wald der Zwerge erinnert an „Narnia“, die Schlacht gegen die böse Königin (hinreißend: Charlize Theron) an den „Herr der Ringe“. Reingehen, schaudern, wohlfühlen….

Starke Frauen bei den Musikfestspielen

Gemeinsam mit dem New Yorker Arcos Orchestra brillierte die in Lettland geborene Geigerin Baiba Skride am 31. Mai in der Annenkirche. Baiba musizierte bereits mit Orchestern von Weltrang wie den Berliner Philharmonikern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem London Philharmonic Orchestra und dem Tonhalle Orchester Zürich. Präzise, mit atemberaubender Virtuosität, mitreißender Dynamik und großer Spielfreude begeisterten die jungen Musiker mit ihrer Solistin das Publikum. Gespielt wurde Schostakowitschs achtes Streichquartett, das als Kammersinfonie in einer neuen Fassung von Dirigent John-Edward Kelly erklang. Herzstücke des Abends in der Annenkirche waren zwei Werke der Wiener Klassik für Violine und Orchester, die Mozart und Schubert im Alter von achtzehn Jahren komponiert haben.

Die zweite starke Frau der letzten Woche war Star-Pianistin Hélène Grimaud. Nach ihrem umjubelten Konzert am 1. Juni in der Semperoper, bei dem sie  kraftvoll und ausdrucksstark Liszt, Mozart, Bartók und Berg interpretierte,  wurde die Ausnahmeküsntlerin mit dem Glashütte Original MusikFestspielPreis 2012 ausgezeichnet.