Triumph in Barock

Mit frenetischem Applaus, Getrampel und Standing Ovations feierte das Publikum die Premiere des Dresdner Festspielorchesters in der Semperoper. Die allesamt hochkarätigen Musiker spielten federnd, mitreißend und voller Esprit unter der Leitung von Ivor Bolton.

Das beschwingte Programm (Naumann, Friedemann Bach, Haydn, Mozart und Beethoven) wurde durch die perlenden und weichen Kolloraturen von Danielle de Niese ergänzt. Konzertmeister Guliano Carmignola glänzte auch als charismatischer Solist. Ein wirklich gelungener Auftakt für ein solches Ensemble.

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Unter Echsen oder Das Märchen vom gefiederten Kaiser

Die Mozart-Oper „La clemenza di Tito“ feierte gestern Premiere in der Semperoper. Großartige Stimmen (allen voran Anke Vondung und  Amanda Majeski) und ein bestens aufgelegtes Orchester (Staatskapelle unter Tomas Netopil) begeisterten das Publikum, dass am Ende sogar musikantenstadlmäßig rhythmisch klatschte.

In der Inszenierung von Bettina Bruinier kamen die Darsteller als Tiere daher: Der Kaiser als Weißkopfadler, der stark an Karl Lagerfeld erinnerte, Vitellia (Amanda Majeski) als sexy Füchsin, Sesto (Anke Vondung) als tapsiger Hund und der Chor als Echsen. Nebenbei fuhr die Regisseurin allerhand Bühnenzauber auf, so dass  nie Langeweile aufkam. Das ist nicht wirklich zwingend, denn die Geschichte ist ein spannendes politisches Ränkespiel und bedarf eigentlich keinerlei Verfremdung und extra Aktion. Wenn man denn eine wirklich gute Inszenierungsidee hat…

Fazit: Mein Geschmack war es nicht, aber ein Ohrenschmaus ist „La clemenza di Tito“ allemal.

 

Donauklänge an der Elbe

Und es geht weiter bei den Dresdner Musikfestspielen: Mit Ingo Metzmacher am Pult der Tschechischen Philharmonie verzauberten gestern Abend „Donauklänge“ das Publikum. Mit beeindruckender Präzision und großer Klarheit erklangen Werke von Janáček, Schönberg und Dvořák. Im Klavierkonzert von Dvořák begeisterte der junge deutsche Starpianist Martin Stadtfeld. Er entlockte dem Flügel überirdisch schöne Töne und das Publikum entließ ihn erst nach einer berückenden Zugabe von Johann Sebastian Bach.

 

Herz Eurpoas schlägt in Dresden

Mit einem fulminanten Konzert in der Frauenkirche eröffnete das Curtis Symphony Orchestra unter Robert Spano die 35. Saison der Dresdner Musikfestspiele unter dem Motto „Herz Europas“. Festlicher ging es kaum: Geigenstar Ray Chen musizierte als Solist gemeinsam mit Musikfestspielchef Jan Vogler an diesem ganz Johannes Brahms gewidmeten Abend.

Großartig: Das Curtis Symphony Orchestra aus Philadelphia – die Elite-Schmiede für Star-Musiker. Voller Inspiration, Lebendigkeit und „fast überirdischer Perfektion“ (so die New York Times) musizierten die jungen Leute unter Robert Spano. Ein Genuss!

Gestern ging es gleich hochkarätig weiter: Mit den Wiener Philharmonikern unter Daniel Barmenboim kam eine musikalische Institution in die Semperoper. Die drei letzten Sinfonien von Mozart standen auf dem Programm und das Publikum bedankte sich mit standing ovations.

Nicht verpassen: Mit einem Kammermusik-Marathon locken die Musiker vom „Curtis“ heute in die Gläserne Manufaktur. Die hoch talentierten „Stars von morgen“ präsentieren einen Marathon von drei Konzerten mit ebenso abwechslungsreichen Besetzungen wie spannenden Kompositionen. Mit Werken der amerikanischen Moderne bis hin zur Klassik und Romantik aus dem Umfeld der Habsburgermonarchie wird hier der klingende Beweis für die Spitzenstellung der US-Talentschmiede geführt.

Heute, 18 Uhr, Gläserne Manufaktur, Eintritt: 25 Euro.


Kunst shoppen

Zum 2. Mal findet jetzt der SZ-Kunstmarkt statt: Etwa 30 Künstler wollen hier ihre Arbeiten persönlich anbieten. Dabei: Zeichner Holger John, Malerin Angela Hampel, Bildhauer Thomas Reichstein und der Fotograf Lothar Sprenger. Gregor Kunz, lange Zeit Autor der SZ, präsentiert Collagen. Auch Konstanze Feindt-Eißner, Einhart Grotegut, Gerald Schädlich, Michael Lange und Lutz Fleischer  sind erneut mit von der Partie.
SZ-Kunstmarkt, 5. Mai, 10 – 16 Uhr im Haus der Presse, Ostra-Allee 20. Eintritt ist frei.