Ballettpremiere: Berührende Augenblicke der Hingabe

Premiere für den dreiteiligen „William Forsythe Ballettabend“ in der Semperoper: Den schönen Auftakt zur Einstimmung macht die „Artifact Suite“, die bereits im Repertoire des Semperopern Balletts zu sehen war.

Eine echte Premiere ist dann die „Neue Suite“ mit verschiedenen Pas de deux, die die Facetten inniger Zweisamkeit auf die Bühne bringen. Die Paare umschlingen sich, berühren sich, halten sich, verschmelzen in intimer Vertrautheit zu beinahe heiligen Momenten der Liebe. Wie lebendig gewordene Statuen zelebrieren sie den Augenblick ihres Miteinanders, mal zart, mal leidenschaftlich. Voller Hingabe und Achtsamkeit gehen sie ein Stück ihres Weges miteinander, der kein Anfang und kein Ende zu haben scheint. Die Paare geben sich ihrem Tanz in Abgeschiedenheit von der Außenwelt hin, jenseits von Konventionen, Verpflichtungen und Zwängen, sich selbst völlig genug und die Zuschauer fühlen sich so, als seien sie zufällige, illegitime Zeugen des liebevollen Tanzes. Hinreißend, berührend ist dieser Teil, der das Publikum noch minutenlang still verweilen lässt, als der Vorhang schon gefallen ist.

Den atemberaubenden Abschluss macht dann die bekannte Choreografie „Enemy in the figure“. Pulsierend, getrieben und kreiselnd geben sich die Tänzer dem Rhythmus der Musik hin. Ein energetisierendes, treibendes und spannendes Stück, in der die hervorragenden Tänzerinnen und Tänzer wieder einmal die ganze Bandbreite ihres Könnens zeigen. Ein großartiger Abend, an dem das internationale Ballettpublikum jubelnd und begeistert applaudiert.

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Mit Bergitta unter Palmen

Kurzmitteilung

Ihre Musik klingt nach Palmen, Sonne und tanzenden Menschen mit dunkler Haut und ist genau das richtige gegen trübes Wetter und Winterdepressionen: „A touch of World Music“ nennt Bergitta Victor ihren Sound. Die sympathische und vielseitige Sängerin mit der Samtstimme ist auf den Seychellen geboren, in Tansania und der Schweiz aufgewachsen, inzwischen lebt sie in Berlin. Jazz, Soul, Funk und Brasil aus aller Welt finden sich in ihren Songs. In Elbflorenz traf sie jüngst auf den bekannten Dresdner Musiker Silvio Schneider, der sie bei ihrem Konzert in der Dreikönigskirche mit Gitarre, Percussion und Sounds einfühlsam begleitete. Beim Hören der CD „So Happy“ kommt der facettenreiche und gelungene Mix aus Soul, Reggae, Worldmusic, sowie karibischen und jazzigen Klängen jetzt zu Euch nach Hause. Bergitta Victor, „So happy!“, Jazzhaus Records.

Lulus virtuoser Opernzirkus

Premiere für Alban Bergs Oper „Lulu“ in der Semperoper: Der Stoff um die männermordende Kindfrau „Lulu“ ist aufregend.  Lulu verschleißt die Männer, die sich für sie umbringen, oder von ihr getötet werden. Bis sie, abgestiegen zur traurigen Straßendirne, in einer Londoner Dachstube von Jack the Ripper abgeschlachtet wird. Der junge norwegische Starregisseur Stefan Herheim hat „Lulu“ in Dresden als Zirkus inszeniert, in der Lulus abgelegte Männer zu weißgekleideten Clowns werden. Die Handlung hat er ergänzt durch muntere Harlekine, die die Szenerie belagern, mal mitfühlend, kichernd, entsetzt oder gerührt. Diese Regie ist durchdacht, glaubwürdig erzählt und von fantasievollen Einfällen gespickt. Und eines sei schon verraten: Lulus Tod ist atemberaubend inszeniert. Die ausführliche Kritik in der März-Ausgabe der „Disy“ und dann auch hier.