Axel und Wumbaba

Kurzmitteilung

Seine Sprachkultur ist ungeschlagen, sein Wortwitz legendär: Seit mehr als zwanzig Jahren schreibt Axel Hacke Kolumnen für das Magazin der Süddeutschen Zeitung. Wenn er  live vor Publikum auftritt  sitzt er an seinem Tischchen auf der Bühne und liest aus seinen Kolumnen. Dabei sucht er genau die Passagen aus, von denen er meint, dass sie dem Publikum gefallen könnten. Kann sein, dass es dann um die Frage geht, warum die Sumerer so schlechte Witz-Erzähler waren oder warum die Sorte „Malaga“ allen anderen Eis-Varianten vorzuziehen ist. Möglich auch, dass Hacke vom „weißen Neger Wumbaba“ erzählt oder von seinen neuesten Funden auf dem Wortstoffhof berichtet. Fans von subtiler Wortakrobatik können sich jetzt im Theater Wechselbad überraschen lassen. 31. Januar, 20 Uhr, Großer Saal, Theater Wechselbad, Maternistr. 17, Eintritt: 19, erm. 17 Euro.

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Woody Allen meets Gaddafi

„Pariser Leben“ feierte in der Staatsoperette Leuben Premiere und ließ die Funken sprühen. Ein spielfreudiges Ensemble, die spritzige Musik von Jacques Offenbach und schwungvolle Tanzeinlagen bescheren den Operetten-Fans einen kurzeiligen Abend. Die vielfältigen Verkleidungen und Verwicklungen in dem flotten Verwechslungsspiel tun ein Übriges.Wer genauer hinsieht, entdeckt hinreißende Persiflagen auf Napoleon, Woody Allen, Gaddafi, Mae West oder „Dinner for one“. Die ausführliche Kritik erscheint in der März-Ausgabe der Disy und dann auch hier.

Fast ein Schnappschuss

Ein bisschen Edward Hopper, ein bisschen David Lynch: Die Bilder des bekannten Dresdner Fotokünstlers Werner Lieberknecht erzählen Geschichten bei denen man nie genau weiß, wie sie ausgehen. Ist das Paar auf dem Foto verliebt oder trennen sie sich gerade, sieht der Voyeur hinterm Baum einem Liebesspiel zu oder einem Gewaltverbrechen?

„Das Spielerische interessiert mich beim Fotografieren,“ sagt Werner Lieberknecht, der eigentlich Physiker werden wollte, bevor er seine Leidenschaft für die Fotokunst entdeckte.

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Helene und „So happy!“

Kurzmitteilung

In seinem populären Werk „Die fromme Helene“, das 1872 erschien, nimmt Wilhelm Busch Spießertum und Doppelmoral unter die Lupe. Die Geschichte der gar nicht so frommen Helene hat Ballettchef Reiner Feistel jetzt für die Landesbühnen Sachsen als zweiteiligen Ballettabend umgesetzt. Was der satirische Zeichner und Dichter Busch mit schwungvoller Feder zu Papier brachte, will Feistel nun ebenso vergnüglich in Tanz auf die Bühne bringen. Premiere am 21. Januar, 20 Uhr, Studiobühne, Landesbühnen Sachsen, Meißner Str. 152, Restkarten. 

„A touch of World Music“ nennt Bergitta Victor ihre Musik. Kein Wunder: Die sympathische und vielseitige Sängerin ist auf den Seychellen geboren, in Tansania und der Schweiz aufgewachsen, inzwischen lebt sie in Berlin. Jazz, Soul, Funk und Brasil aus aller Welt finden sich in ihren Songs. In Elbflorenz trifft sie auf den bekannten Dresdner Musiker Silvio Schneider, der sie bei ihrem Konzert „So happy!“ mit Gitarre, Percussion und Sounds einfühlsam begleitet. 22. Januar, 20 Uhr, Dreikönigskirche, Hauptstr. 23, Eintritt: 11 bis 17,60 Euro.

Jan Plewka singt Rio Reiser

Kurzmitteilung

Er war der „König von Deutschland“ und mutierte vom Polit-Rocker bei „Ton Steine Scherben“ zum romantischen Träumer: Rio Reiser verstarb 1996 mit nur 46 Jahren und ist bis heute Kult. Dem charismatischen, aber auch sehr verletzlichen Sänger widmet sich der norddeutsche Sänger und Schauspieler Jan Plewka. Und wenn er und seine Band Lieder spielen wie „Halt Dich an Deiner Liebe fest“, „Alles Lüge“, „Junimond“ oder „Für immer Dich“, dann geht das unter die Haut. „Wer vor Glück heulen möchte“, schrieb zur Premiere das Hamburger Abendblatt, „muss sich diesen Abend anschauen.“ 19. Januar, 20 Uhr, Schauspielhaus, Eintritt: 10 bis 22 Euro.

Tipps vom Theater-Profi

Kurzmitteilung

Gute Idee für junge Leute: Unter dem Motto „Von der Bauprobe bis zur Premiere“ geben Theater-Profis Infos über Berufe hinter den Kulissen, berichten von Berufsaussichten und Anforderungen. Die Theaterfachleute erzählen von ihrem Arbeitsalltag und beantworten Schülern, Studenten und anderen Theater-Fans Fragen. Die Veranstaltungen sind kostenlos. Termine: 07. März, 14. März,  21. März, 28. März und 4. April, jeweils 16 Uhr, Societaetstheater, An der Dreikönigskirche 1a.
 

Hedda Gabler, ein kaputter Krug und Zauberin Midori

Kulturfreaks hatten ein hartes Wochenende: Premiere von Ibsens „Hedda Gabler“ im Kleinen Haus, Geigenwunder Midori in der Hochschule, Staatskapelle unter Yannick Nézet-Séguin im 5. Symphoniekonzert mit  Messiaen, Prokofjew und Strawinsky und Geigensolistin Janine Jansen und Kleists „Zerbrochener Krug“ im Schauspielhaus. Wem klonen zu aufwendig erschien, musste sich entscheiden: Bei mir fiel die Wahl auf Midori, Hedda Gabler und Kleist.

Gleich vorneweg: das Beste war Midori. Die zarte japanische Geigerin von Weltruf zauberte auf ihrer Guaneri Töne hervor, die nicht von dieser Welt zu sein schienen. Die Frau ist ein Ereignis.

Weniger spannend, dazu im ersten Teil zäh und schleppend kam „Hedda Gabler“ im Kleinen Haus daher. Und zur Provinzposse mit unnötigen Getöse geriet „Der zerbrochene Krug“ unter der Regie von Roger Vontobel im Schauspielhaus.

Die ausführlichen Kritiken erscheinen in der März-Ausgabe der „Disy“ – und dann auch hier.